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Traditioneller Thai-Kochkurs auf Bio-Farm? Ganz schön scharf. 


Liebst du das leckere Thai-Essen im Urlaub und fürchtest den Tag, an dem du deinem lieblings Streetfood-Stand auf Wiedersehen sagen musst? Auf der Smile Organic Farm Cooking School in Chiang Mai, Thailand, kannst du den Kochlöffel selbst in die Hand nehmen, sowie die thailändische Kochkunst erlernen und mit nach Hause nehmen. Das wollte ich unbedingt ausprobieren. In diesem IMPACKT-Blogbeitrag verrate ich dir daher, was dich bei diesem kulinarischen Abenteuer erwartet und wie du eine köstliche rote Currypaste zauberst. 

Lernen im Markt und Kräutergarten 


Die kulinarische Entdeckungsreise begann mit der Abholung von unserer Unterkunft. Gemeinsam machten wir einen Ausflug zum etwas außerhalb gelegenen Charoen Charoen Fresh Market mit Ken, unserem Koch. Dort wies er uns auf die Zutaten hin, die wir später benötigen würden. Vor allem die entspannte Atmosphäre, die Auswahl an Fingerfood sowie frischem Obst und Gemüse haben es mir angetan. Deshalb habe ich mir den Markt sofort in Maps markiert. 

Auf der Farm angekommen, führte uns Ken in den Kräutergarten, wo wir das frische Thai-Basilikum probieren konnten. Denn Thailand hat eigene Basilikum-Arten: Was sagst du jetzt, liebes Italien? Zudem pflückten wir essbare Blumen für die Dekoration unserer Gerichte. Des Weiteren zeigte er uns Kaffir-Limetten, die früher als Shampoo verwendet wurden. Probier dieses grüne Haarwaschmittel doch auf deiner nächsten Reise aus. Neben der Limette, reichte Ken noch einen Thai Ingwer, auch Alpinia Galanga genannt, herum, damit wir an ihm riechen konnten und betonte: “Without it we can’t open restaurant.” 

Ran an den Wok 


Dann war es schon an der Zeit zu kochen. Ken gab uns eine Auswahl an Gerichten, aus denen wir auswählen durften. Natürlich gab es auch vegetarische und vegane Optionen. Bevor wir richtig loslegen konnten, erklärte Ken jede einzelne Soße sowie die verschiedenen Gewürze. Nach einer kurzen Gas-Herd-Einführung, bekam jede:r von uns noch eine Schürze – wirklich sehr sexy – und eine kleine eigene Kochstation mit einer Arbeitsfläche. Dann hieß es aber wirklich: Ran an den Wok. Schon schnippelten, rollten und kochten wir drauf los. Schmissen überall Kräuter hinein und schwangen Wok plus Kochlöffel herum. Am liebsten mochte ich es, die Tom-Yum-Suppe zu kochen. Aufgrund dieser sehr berühmten als auch pikanten Tom-Yum-Suppe wurde die thailändische Küche übrigens für ihre Schärfe bekannt. “But only 40% of thai food is spicy. The rest is not. A lot delicious without spicy”, beruhigte uns Ken und lächelte amüsiert, da wir nur halb überzeugt wirkten. Er versprach uns, dass wir später die Dosierung unserer Curry-Pasten selbst bestimmen können. Denn von jenen Pasten rührt oft die Schärfe her. 

Nach der ersten Kochsession standen eine Frühlingsrolle, Fried Chicken mit Pad Kaprao, sowie Phad Thai auf dem Tisch und es war an der Zeit zu kosten. Die zwei Stunden hatten bereits genügt, dass ich mich schon selbst besser als so mancher Streetfood-Stand fand. Zum Glück hatte ich das Frühstück ausgelassen und Platz im Bauch übrig. Beim Schlemmen unterhielt ich mich gemeinsam mit den anderen Kursteilnehmer:innen. Wir ließen uns gegenseitig unsere Kochkünste kosten und vergaben Punkte. 

Gut gestärkt ging es mit dem Zubereiten von Curry-Pasten in die zweite Kochhälfte. Als wir die Chilischoten in den Mörser gaben, kam Ken vorbei und nahm erst drei, dann sieben Chilischoten heraus und meinte mit einem Augenzwinkern, dass das reiche. Spoiler-Alert: Ich habe später zwar kein Feuer gespuckt, aber trotzdem ein paar Funken gesprüht. 

Rote Bio-Curry-Paste zum Nachmachen 


Hier nun das Rezept für die rote Bio-Curry-Paste. Schmeiß alle Zutaten in einen Mixer oder zerstoße alles mit Mörser und Stößel. Also los geht’s. 

Du brauchst: 
  • 10 gehackte und getrocknete rote Chilischoten
  • 1-2 gehackte Schalotten
  •  1-2 Knoblauchzehen
  • 1 TL gehackten Galangal bzw. Thai Ginger
  • 1 TL gehacktes Zitronengras
  • 1 TL gehackten Thai Ginseng
  • 1 TL gehackten Kaffir-Limette
  • 1 TL gehackte Koriander-Wurzel
  • 2 TL gehackten Kurkuma
  • 2 Prisen Salz
  • ½ TL Koriandersamen
  •  ½ TL Kreuzkümmel
  • ½ TL getrocknete Pfefferkörner
  • 1 TL Garnelenpaste (optional) 

Die frische Currypaste haben wir dann direkt aufgebraucht und als Basis für die Tom-Yum-Suppe, sowie die Khao-Soi-Suppe verwendet. Das Kochen hat sehr viel Spaß gemacht und Ken lief herum und gab Tipps, was wir verbessern könnten. Obwohl ich nur ein paar Gerichte, wie Kaiserschmarrn oder die Spaghetti-Bolognese von meiner Mama zum Besten geben kann, wurde ich jedes Mal gelobt. Das hat mir definitiv gezeigt, wie einfach Thai kochen ist, auch wenn man sonst eher keine Küchenfee ist. 


Kochkurs als Arbeitgeber 


Während wir die Reste des zweiten Kochaktes verputzten, erzählte uns Ken, dass er es viel erfüllender findet, für Touristen zu kochen, die sich für die authentische Thai-Küche interessieren, als in einem geschäftigen Restaurant zu arbeiten. Da die Farm täglich von 120 Touristen besucht wird, bietet sie wertvolle Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung. Neben den Mitarbeiter:innen haben sie regionale Bio-Lieferanten, die täglich frische Zutaten bringen. Während der COVID-19-Pandemie, als der Tourismus einbrach, musste sich Ken nach anderer Arbeit umsehen und war froh, als wieder Touristen ins Land kamen.

Insgesamt war meine Erfahrung auf der Smile Organic Farm ein Höhepunkt meiner Reise nach Chiang Mai. Ich habe nicht nur gelernt, wie man köstliche thailändische Bio-Gerichte zubereitet, sondern konnte auch ein nachhaltiges und gemeinschaftsorientiertes Unternehmen unterstützen. Ich schreibe auf jeden Fall schon einmal Einladungen für ein thailändisches Festmahl zu Hause. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. 

Liebe Grüße, 
Deine Franzi